Ein Endotrachealtubus ist ein Gerät, das zum Offenhalten der Atemwege über den Mund oder die Nase in die Trachea des Patienten eingeführt wird.
Es wird genutzt, um Anästhesiegase oder Luft zum Patienten hin und von ihm weg zu transportieren. Eine Kontrolle der Atemwege mit dem Endotrachealtubus wird üblicherweise als „Goldstandard“ betrachtet (C. McCartney und D.J. Wilkinson, Current Anaesthesia and Critical Care 1995).
Ziele der Trachealintubation
1 Durchgängigkeit der oberen Atemwege garantieren.
2 Atemwege vor Mageninhalt schützen.
3 Mechanisches, positives Druckmanagement ermöglichen.
4 Tracheobronchiales Absaugen ermöglichen.
Anatomie und Physiologie des Atmungssystems
Das Atmungssystem kann grob in die oberen und die unteren Atemwege unterteilt werden. Das System umfasst folgende Organe: Nasenhöhlen, Pharynx, Larynx, Trachea, die Bronchien mit ihren kleineren Ästen und die Lungen, die die Luftsäcke oder Alveolen enthalten.
Die durch die Nasenhöhle eingeatmete Luft wird von Cilien gefiltert. Außerdem wird sie über die mit Kapillarblut versorgten Schleimhäute der oberen Luftwege auch angewärmt und angefeuchtet. Danach strömt die Luft in den Pharynx, den Larynx und anschließend in die Trachea. Die Trachea dehnt sich bei der Inspiration aus und sinkt ab; bei der Expiration kehrt sie wieder in ihre Ausgangslage zurück. Die sie umgebenden Knorpelringe verhindern ein Zusammenfallen der Trachea und halten sie während des Atmens durchgängig.
Die Luft gelangt in den linken und den rechten Bronchus. Danach strömt sie in die Bronchiolen und schließlich in die Alveolen, die die Kapillaren enthalten, an denen der Gasaustausch stattfindet.
Damit die Lungen stets belüftet und gegen potenzielle Blockaden durch die an der Trachealwand anliegende Spitze geschützt werden, besitzen alle Endotrachealtuben von Flexicare standardmäßig ein Murphy-Auge. Das Murphy-Auge dient auch dazu, während des Absaugens den Luftstrom aufrecht zu erhalten, und stellt darüber hinaus sicher, dass Luft in beide Lungenhälften strömt, sollte der Schlauch einmal zu weit in einen der beiden Bronchien hinunterrutschen.
Flexicare bietet Endotrachealtuben mit zwei verschiedenen Cuff-Typen an:
Standard Niederdruck-Cuffs
VentiSeal-Cuffs mit großem Volumen für geringen Druck (High Volume Low Pressure – HVLP)
Die Abbildung veranschaulicht den Unterschied zwischen den beiden unterschiedlichen Endotrachealtuben hinsichtlich des Druckes im Cuff und des Cuff-Volumens. Der bei normalen Cuffs zum Ausbilden einer adäquaten Dichtung benötigte Druck steigt in dem Maß an, in dem sich das Cuff-Volumen erhöht. Dies geschieht schneller als bei dem Endosoft-HVLP-Cuff. Diese Eigenschaft bestimmt die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen der jeweiligen Endotrachealtuben mit Cuff.
Die normalen Niederdruck-Endotrachealtuben sind für eine Kurzzeit-Intubation geeignet. Der VentiSeal HVLP-Cuff wurde dagegen für eine länger andauernde Anästhesie konzipiert, bei der der Cuff eine Dichtung bildet, ohne dabei übermäßigen Druck auf die Trachealwand auszuüben. Übermäßiges Aufpumpen eines normalen Cuffs sowie längere Liegedauer drücken die Kapillaren in der Trachealwand ab und verursachen dadurch eine Nekrose, wie in Abb. 2 gezeigt.
Alle Venticaire Endotrachealtuben besitzen ein Murphy-Auge. Dadurch ist sichergestellt, dass auch dann eine adäquate Beatmung stattfindet, wenn die Schlauchspitze an der Trachealwand festhängt oder durch Sekretionen verstopft ist.